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Der Fall: Zwei Frauen haben eine Klinik in Karlsruhe auf 30.000 Euro Schadensersatz verklagt, weil der plastische Chirurg ihnen im Jahr 2007 PIP Implantate eingesetzt hatte, ohne sich zuvor von der Unbedenklichkeit des verwendeten Siilikonmaterials zu überzeugen. Die Klägerinnen vertraten dabei die Auffassung, der Arzt hätte sich nicht allein auf die Zertifizierung des Herstellers verlassen dürfen, sondern vielmehr selbst Testmaßnahmen ergreifen müssen, um die Güte der verwendeten Brustimplantate zu gewährleisten.

Dieser Ansicht widersprach das Landgerichrt Karlsruhe in seinem Urteil vom 29.05.2013 (Aktenzeichen - 8 O 260/12 und 7 O 94/12). Zum Zeitpunkt des Eingriffs, so die Richter, habe es noch keinerlei Indizien gegeben, die die Unbedenklichkeit von PIP Silikonimplantaten in Frage gestellt hätten. Insofern habe sich der Chirurg auf die Eignung des von ihm verwendeten Materials verlassen dürfen und sei aus diesem Grund auch nicht zu einer darüber hinaus gehenden Qualitätsanalyse verpflichtet gewesen. Das Gericht lehnte mit dieser Begründung die Klage auf Schmerzensgeld ab und verneinte auch weitere, auf Schadensersatz zielende Klagen.

Quelle: Landgericht Karlsruhe

Der TÜV Rheinland soll einem Bericht der Zeitschrift "Handelsblatt" zufolge bereits 9 Jahre vor dem Skandal um mangelhafte Brustimplantate des französischen Herstellers PIP von Problemen bei der Fertigung gewusst haben.  Den Prüfern lag bereits 2001 eine Warnung der britischen Gesundheitsbehörde MDA vor, berichtete das "Handelsblatt". Diese Warnung betraf demnach zwar nicht die fehlerhaften Silikonkissen, jedoch die biologische Sicherheit der Hydrogel-Implantate des Herstellers Poly Implant Prothèse.


Dem Bericht zufolge sollen interne Prüfdokumente dokumentieren, dass der TÜV Rheinland im Februar 2001 daraufhin eine Sonderprüfung ansetzte und 2002 dem Qualitätsmanagement der Hydrogel-Produkte schließlich die Zertifizierung versagte. Einen Anlass für unangemeldete Kontrollen sahen sie darin jedoch nicht.  Europäische Richtlinien sehen zwar lediglich eine Prüfung des Qualitätsmanagements vor. Doch die Bestimmungen geben Prüfunternehmen auch die Möglichkeit, bei Verdachtsmomenten unangemeldet zu prüfen. Bis 2010 hätten der TÜV Rheinland  dann das Qualitätsmanagement der Silikon-Implantate weiter zertifiziert. Dem "Handelsblatt" zufolge erklärte die rheinische Behörde, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Qualitätsmanagement der Hydrogel-Produkte und demjenigen der Silikonimplantate gäbe.


Die AOK Bayern prüfe derweil eine Klage gegen den TÜV Rheinland im Zusammenhang mit dem PIP-Implantaten. Im Raume steht die mögliche Erstattung von 86.000 Euro, die der AOK durch operative Eingriffe bei betroffenen Frauen entstanden sind. Die AOK geht nämlich davon aus, dass durch die Verdachtsmpmente weitere Prüfungen durch den TÜV hätte erfolgen müssen. Das war nicht geschehen. Die AOK erhofft sich darüber hinaus, dass durch die öffentliche Klage, die Produktsicherheit von Medizinprodukten und deren Haftung verbessert werden kann.


PIP hatte weltweit hunderttausende Brustimplantate verkauft, die mit nicht für die Implantologie zugelassenem Silikon gefüllt wurden. Die Billigimplantate haben eine höhere Risiko zu reissen und können dann schwere Entzündungen hervorrufen. Allein in Deutschland sind etwa 5000 Frauen betroffen.

Angelina Jolie macht Schlagzeilen mit ihrer mutigen Entscheidung, sich die Brüste aufgrund eines familiär erhöhten Brustkrebsrisikos entfernen zu lassen. implantate.org hat ein eigenes Kapitel, das sich mit den medizinischen Hintergründen, der Diagnostik, den operativen Verfahren und den Möglichkeiten der Brustrekonstruktion bei vorsorglicher Brustentfernung wegen erhöhtem Brustkrebsrisiko beschäftigt.

Vor einem Jahr erschütterten Berichte über minderwertige Brustimplantate die Öffentlichkeit. Unter Überschriften wie „Billigsilikon versetzt Tausende Frauen in Krebsangst“ (stern.de) erschienen am 21. Dezember die ersten Beiträge über PIP in deutschen Medien. Innerhalb weniger Tage hatten praktisch alle bundesweiten Nachrichtenformate über den „Implantateskandal“ berichtet. Bereits 2010 war bekannt geworden, dass der französische Her- steller Poly Implants Prothèses minderwertiges Industriesilikon zum Befüllen seiner Brustimplantate verwendet hatte. Im Jahr 2011 entstand zudem der Verdacht, dass das minderwertige Silikon krebserregend sein könnte. Am 23. Dezember empfahl der französische Gesundheitsminister Bertrand auf Druck protestie- render Patientinnen, dass sämtliche Brustimplantate der Firma PIP vorsichtshalber entfernt werden sollten. In Frankreich betraf dies etwa 30.000 Frauen. In Deutschland empfahl die DGÄPC betrof- fenen und verunsicherten Patientinnen, sich mit ihrem behandeln- den Arzt in Verbindung zu setzen. Die Fachgesellschaft riet, alle weiteren Schritte mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam zu prüfen, ob eine erneute Operation notwendig und sinnvoll ist. Eine ähnliche Empfehlung sprach das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wenige Tage später aus.
Zwar konnte der Verdacht, die PIP-Implantate seien krebserregend, bislang nicht belegt werden; eine britische Studie, die im Sommer 2012 veröffentlicht wurde, bescheinigt den PIP-Implantaten sogar Ungiftigkeit. DGÄPC-Mitglieder, die bei betroffenen Patientinnen PIP-Implantate entfernt haben, berichten aber, dass überdurchschnittlich viele dieser Implantate gerissen waren. Auf je den Fall zeigt der Skandal, wie lückenhaft die in Europa geltenden Zulassungs- und Kontrollverfahren für Medizinprodukte sind. Das Risiko tragen dabei die Patienten. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich deshalb die Fachverbände für Ästhetisch-Plastische Chirurgie DGÄPC, DGPRÄC und VDÄPC bereits im Mai für eine Verschärfung der Zulassungskriterien für Medizinprodukte aus.
Wirksame politische Konsequenzen zum Schutze der Patienten stehen ein Jahr nach Beginn des PIP-Skandals noch aus.

Weitere Infos:  www.dgaepc.de

Heute präsentierte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) die Ergebnisse ihrer Patientenbefragung 2012. Gemeinsam mit Dr. Marta Obermeier, Tagungspräsidentin der 40. Jahrestagung der DGÄPC, erläutert DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern die Ergebnisse der Studie. Dabei steht der Bezug zu aktuellen Themen wie dem PIP-Skandal im Vordergrund. Seit 2008 führt die älteste deutsche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie jährlich eine anonyme Befragung unter Patienten durch, um Daten wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus und durchgeführte Eingriffe zu ermitteln. Alters- und geschlechterspezifische Unterschiede stehen im Fokus der Präsentation. Zudem informieren die Podiumsmitglieder über Trends in der ästhetischen Medizin sowie neueste Aktivitäten der DGÄPC.

Patienten werden älter

Wer sich im Jahr 2012 einer ästhetisch-plastischen Behandlung unterzog war im Durchschnitt 40 Jahre und acht Monate alt. Im Vorjahr lag das Durchschnittsalter hingegen noch bei 38 Jahren und zehn Monaten. Besonders starke Zuwächse gab es in der Altersgruppe 41-50, die um 4,7 Prozentpunkte zulegte. Auch der Anteil der Patienten über 60 stieg deutlich um 3,8 Prozentpunkte an. Insgesamt wirkt sich das Alter der weiblichen Patienten stärker auf diesen Trend aus. Denn bereits beim Alter zeigen sich erste Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen sind 2012 mit durchschnittlich 41 Jahren und einem Monat rund 27 Monate älter als im Vorjahr, Männer mit 38 Jahren und neun Monaten etwa genauso alt wie 2011.

Männer ledig, Frauen verheiratet

Weitere Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten ergeben sich aus dem jeweiligen Familienstand. Insgesamt befinden sich knapp zwei Drittel der Patienten in einer festen Beziehung (19,3 Prozent) oder sind verheiratet (41,5 Prozent). Nur eine Minderheit von 36,2 Prozent gab auf dem Befragungsbogen „ledig“ an. Bei den weiblichen Patienten sieht diese Verteilung ähnlich aus. Bei den Männern dagegen bilden die Singles die größte Gruppe (44,1 Prozent), erst danach folgen Verheiratete (30,2 Prozent) und Männer in fester Beziehung (22,8 Prozent).

Frauen sind vorsichtiger geworden

Am deutlichsten treten die Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei den beliebtesten ästhetisch-plastischen Behandlungen zutage. Hier belegte die Brustvergrößerung in den vergangenen Jahren bei den Frauen regelmäßig einen Spitzenplatz, bei Männern taucht sie naturgemäß nicht unter den Top Ten auf. 2012 ging der Anteil der Patientinnen, die eine Brustvergrößerung durchführen ließen, erstmals deutlich zurück. Gaben im vergangenen Jahr noch 29,2 Prozent der Patientinnen an, sich für eine Brustvergrößerung entschieden zu haben, so waren es in diesem Jahr nur noch 23,5 Prozent. „Wir bemerken bei der Brustvergrößerung keinen großen Nachfragerückgang“, so Dr. Sven von Saldern, „Patientinnen sind aber vorsichtiger geworden.

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