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Jean-Claude Mas, der Chef und Verantwortliche des Implantathersteller PIP, muss wegen Betrugs und Verbrauchertäuschung  für 4 Jahre ins Gefängnis. Seine Firma Poly Implant Prothèse (PIP) hatte seine Brustimplantate mit Industriesilikon statt mit medizinischem Silikon gefüllt und so rund 400.00 Frauen, die eine Brustvergrösserung mit PIP-Implantate erhielten, in Angst und Schrecken versetzt und z.T. schweren Schaden zugefügt. Das Berufungsgericht sah die schweren Verfehlungen des Firmenchefs als erwiesen an und bestätigte das erstinstanzliche Urteil. Auch für 4 weitere verantwortliche Angestellte des Unternehmens erging eine Schuldspuch, teilweise mit Haftstrafen. Die Firma ist mittlerweile in Konkurs gegangen.

Unter dem Namen "Jump" bietet der Versicherungsunternehmer Sanitas in der Schweiz auch Policen für kosmetische Eingriffe an, die bisher als unversicherbar galten. So bietet der Versicherungsumfang unter anderem eine Übernahme der Kosten von 80% bei kosmetischen Eingriffen an der Brust an. Beschränkt ist das Angebot auf die Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren, um "die Lücken der Grundversorgung" zu schliessen.
Sicherlich betritt das Angebot Neuland, da rein kosmetische Eingriffe in diesem Umfang bisher von Versicherungsleistungen ausgenommen waren. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass Neuabschlüsse mit dem Ziel zustande kommen, genau diese Leistungen auch abzufordern. Das Angebot weckt daher auch moralische Zweifel, kosmetische Eingriffe für junge Menschen zu leicht verfügbar zu machen.

Im Prozess gegen wegen mangelhafter Zertifizierung der PIP-Brustimplantate, die mit Industriesilikon gefüllt waren, wurde der TÜV Rheinland in Frankreich nun von einem französischen Berufungsgerichts freigesprochen. Tatsächlich hatte der TÜV nur einen Teil der Fertigungskette des Herstellers begutachtet, nicht aber das fertige Produkt.
10.000 geschädigte Frauen wollen allerdings weiterhin Schadensersatz von dem Unternehmen und gingen nun in Toulon Ende Juli vor Gericht. Der TÜV selbst sieht sich nur als Opfer der betrügerischen Machenschaften des PIP-Chefs Jean-Claude Mas, der auch deswegen bereits verurteilt wurde. In Deutschland ging die Klage bis zum BGH, das die Fragestellung an den Europäischen Gerichtshof zur Klärung weitergereicht hat.
Das Urteil im jetzigen Prozess wird im Dezember erwartet.

Auch das Landgericht Essen hat in der Sache PIP-Geschädigter vs. TÜV Rheinland eine Klage abgewiesen, das Urteil erging am 9.2.2015. In diesem Fall hatte ein Frau auch gegen das Universitätsklinikum Essen, die Brenntag GmbH und die Société Allianz geklagt. Wie in bisher allen Urteilen hat auch das LG Essen die Klage gegen den Technischen Überwachungsverein im Zusammenhang mit Brustimplantaten des Herstellers Poly Implant Prothèse (“PIP”) für unbegründet gehalten.

Der TÜV Rheinland hatte seinerzeit lediglich den Herstellungsprozess/Produktionsablauf zertifiziert nicht aber eine Qualitätsüberprüfung der mangelhaften PIP-Implantate durchgeführt und fühlte sich selber vom Hersteller hintergangen, da dieser das Produkt damit ausgezeichnet hatte. Der Hersteller hatte eine gar nicht angegbene Silikonfüllung verwendet aber vorgegeben, ausschließlich Silikon von NuSil als Rohmaterial zu verwenden, dass für Brustimplantate geeignet gewesen wäre. Zum Zeitpunkt der Prüfung hatte PIP das Silikon von NuSil am Standort bereitgestellt, die Absicht minderwertige Rohmaterialien einzusetzten, systematisch verschleiert.
Der TÜV Rheinland hat auch Strafanzeige gegen PIP und die dort handelnden Personen gestellt.

Erhalten Frauen nach einer Brustenfernung aufgrund einer Krebserkrankung eine Rekonstruktion ihrer Brust, so sind sie glücklicher mit dem Endergebnis, wenn die Brust aus körpereigenem Gewebe wiederhergestellt wurde. Die Möglichkeit Brustimplantate zu verwenden führte zwar zu einer schnellen Rehabilitation, da das Einsetzen der Silikonimplantate bereits während der primären Operation möglich ist, schnitt aber bei der amerikanischen Umfrage, die jüngst veröffentlicht wurde, nicht nicht ganz so gut wie die Alternative ab.

Eine Brustrekonstruktion mit einem Brustimplantat ist heute in den meisten Fällen schon bei der Primäroperation möglich, so kann den Frauen (und gegebenenfalls auch ihren Partnern) der befremdliche Anblick einer fehlenden Brust erspart bleiben. Die Rekonstruktion mit eigenem Gewebe ist dagegen zeitlich deutlich aufwendiger. Mit durchaus 1 Jahr Wartezeit nach der Brustabnahme muss gerechnet werden, da sich das Gewebe (in vielen Fällen auch nach Bestrahlung) erholen kann. Der Eingriff selbst ist unter Verwendung von Muskeln aus dem Bauch-, Brust-, aber auch Rückenbereich sehr anspruchsvoll.
Um so mehr erstaunt das Ergebnis, dass die Betroffenen diese Art der Rekonstruktion bevorzugten. Die 47 Frauen, die sich für eine Rekonstruktion mit Eigengewebe entschieden hatten, benoteten die neuen Brust später im Durchschnitt mit 75 von 100 Punkten. Die 45 Frauen mit einem Brustimplantat gaben ihrer neuen Brust im BRUST-Q-Fragebogen 65,5 Punkte.

Ein möglicher Grund für die höhere Zufriedenheit mit dem „natürlichen“ Brustaufbau könnte der Umstand gewesen sein, dass die Patientinnen länger ohne Brust gelebt hatten, sich daher anders mit Ihrer Erkrankung auseinandergesetzt hatten und die Rekonstruktion noch bewusster angegangen sind. Auch mag das das höhere Lebensalter der Patientinnen von durchschnittlich 51 Jahren ein Faktor gewesen sein. Die Patientinnen der Implantatgruppe waren mit 44 Jahren deutlich jünger, mit mehr Betroffenen, die sich aufgrund eines genetischen Risikos vorsorglich hatten operieren lassen.


Quelle:
Eltahir, Yassir M.D.et al.
Which Breast Is the Best? Successful Autologous or Alloplastic Breast Reconstruction: Patient-Reported Quality-of-Life Outcomes
Plastic & Reconstructive Surgery; January 2015 - Volume 135 - Issue 1 - p 43–50

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