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Silikonimplantate

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Nach dem Skandal um Billigimplantate 2011 gingen die Zahlen für Brustimplantate zwar ein wenig zurück, aber die neuesten Zahlen nach einer Erhebung der  DGPÄC, (Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie) zeigen, dass Brustvergrösserungen bei den deutschen Frauen klar der häufigste Grund war, sich unters Messer zu legen. Als 2. häufigster Eingriff wurde die Lidkorrektur genannt.
Zwischen September 2015 und Juni hatten insgesamt 2200 Patienten und Patientinnen an einer Umfrage in Praxen und Kliniken teilgenommen und konnten so ein aussagekräftiges Bild der Schönheits-OP-Szene in Deutschland zeichnen.17,8% der Frauen interessierten sich hiernach für Brustimplantate oder hatten bereits welche bekommen. Der Trend ist allerdings gegenüber 2010 rückläufig. 3,5%, und das ist neu, interessierten sich für einen Brustaufbau durch Eigenfett.
Am häufigsten entscheiden sich junge Frauen Anfang-Mitte 20 für eine Brust-OP. Aber auch bei über 40-Jährigen gibt es noch ein reges Interesse, danach fällt der Trend ab und versiegt nach dem 65. Lebensjahr.

Link zur Erhebung als PDF-Datei: http://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2016/11/DGAEPC-Statistik_2016.pdf

Bisher galten Frauen mit eingesetzten Brustimplantaten nicht geeignet für den Polizeidienst. Der Dienstherr konnte die Einstellung ablehnen. Federführende als Grundlage war ein Gutachten der Uni-Münster aus dem Jahr 2004, das eine erhöhte Gefahr einer Ruptur bei gefährdeten Berufsgruppen sah, zu denen der Polizeidienst gehören soll.
In dem jetzigen Fall einer Polizeianwärterin in Baden-Württemberg, die vorab alle Aufnahmetests gut bestanden hatte, fällte der Polizeiarzt aufgrund der Silikonimplantate ein negatives Urteil bei der Einstellungsuntersuchung.
Die Polizeianwärterin hatte daraufhin über das VG Karlsruhe ihren Ausbildunsgplatz vorläufig erstritten. Bei dem nun geschlossenen Vergleich würdigte das Land BW wohl die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Stabiltät der modernen Silikonimplantaten.

In einem ähnlichen Fall in Berlin vor 2 Jahren hatte der Polizeipräsident dort ebenfalls die Einstellung einer Silikonimplantatträgerin abgelehnt. Auch hier wurde die erhöhte Rupturgefahr sowie das gesundheitlich bedenklich tragen der Schutzweste (Fibrosebildung durch Druck) angeführt. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied aber auch für die Klägerin.

Auch in München weigerte sich das Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren kürzlich, der Ablehnung eienr Polizeianwärterin wegen ihrer Brustimplantate Recht zu geben. Ein Chirurg hatte die gute Reissfestigkeit attestiert und kein erhöhtes Risiko im Polizeidienst gesehen.
Alle diese Urteile sind jedoch letztinstanzlich nicht durchgefochten und daher noch nicht rechtsgültig.  


Quellen:
VG Karlsruhe Beschluß vom 29.2.2016, 7 K 5541/15
Verwaltungsgericht München, Beschluss vom 21.9.2016, M 5 E 16.2726

Obwohl die eingesetzten PIP-Brustimplantate mangelhaft gewesen sind, können Ärzte für deren Verwendung wohl nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Grund dafür liegt in dem zum Zeitpunkt des Eingriffs für den Arzt  nicht bekannten Problematik des  Meterials. Da es sich um ein zugelassenes Produkt gehandelt hatte, kann keine fehlerhafte Behandlung vorliegen, wenn er über die Risiken der Behandlung nach derzeitigem Kenntnisstand richtig aufgeklärt hat.

Son entschied auch in 2. Instanz das OLG Karlsruhe (20. April 2016; AZ: 7 U 241/14) auf die Klage einer Frau auf Schadensersatz und Schmerzensgeld gegen einen plastischen Chirurgen.
Zwar wiesen die Richter explizit auf die erhöhte Aufklärungspflicht bei kosmetischen Eingriffen hin, dieser sei aber der beklagte Chirurg in seiner präoperativen Aufklärung hinreichend nachgekommen.

Jean-Claude Mas, der Chef und Verantwortliche des Implantathersteller PIP, muss wegen Betrugs und Verbrauchertäuschung  für 4 Jahre ins Gefängnis. Seine Firma Poly Implant Prothèse (PIP) hatte seine Brustimplantate mit Industriesilikon statt mit medizinischem Silikon gefüllt und so rund 400.00 Frauen, die eine Brustvergrösserung mit PIP-Implantate erhielten, in Angst und Schrecken versetzt und z.T. schweren Schaden zugefügt. Das Berufungsgericht sah die schweren Verfehlungen des Firmenchefs als erwiesen an und bestätigte das erstinstanzliche Urteil. Auch für 4 weitere verantwortliche Angestellte des Unternehmens erging eine Schuldspuch, teilweise mit Haftstrafen. Die Firma ist mittlerweile in Konkurs gegangen.

Unter dem Namen "Jump" bietet der Versicherungsunternehmer Sanitas in der Schweiz auch Policen für kosmetische Eingriffe an, die bisher als unversicherbar galten. So bietet der Versicherungsumfang unter anderem eine Übernahme der Kosten von 80% bei kosmetischen Eingriffen an der Brust an. Beschränkt ist das Angebot auf die Altersgruppe zwischen 19 und 25 Jahren, um "die Lücken der Grundversorgung" zu schliessen.
Sicherlich betritt das Angebot Neuland, da rein kosmetische Eingriffe in diesem Umfang bisher von Versicherungsleistungen ausgenommen waren. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass Neuabschlüsse mit dem Ziel zustande kommen, genau diese Leistungen auch abzufordern. Das Angebot weckt daher auch moralische Zweifel, kosmetische Eingriffe für junge Menschen zu leicht verfügbar zu machen.

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