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Pressemitteilung, 15. Mai 2018

Berlin, 15.05.2018 – „Unsere vor 50 Jahren gegründete Fachgesellschaft erreichte vor einem Vierteljahrhundert den wohl wichtigsten Meilenstein. Auf dem Deutschen Ärztetag 1992 wurde der Facharzt für Plastische Chirurgie‘ in der ärztlichen Weiterbildungsordnung verankert und dann ab 1993 in den Landesärztekammern umgesetzt“, berichtet Prof. Dr. Riccardo Giunta, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). „Dieser Erfolg war zugleich Ergebnis langjähriger Anstrengungen und Ausdruck der immer stärkeren Spezialisierung in der Chirurgie“, betont Giunta.

Ein Fachgebiet im Wandel
Bereits zehn Jahre nach Gründung der Vereinigung wurde 1978 mit der Anerkennung des offiziellen „Teilgebiet Plastische Chirurgie“ ein erster Erfolg errungen. Beharrliche Verhandlungen ebneten danach den Weg zum eigenen Facharzt für Plastische Chirurgie. „Dieser lange und mühsame Weg erstaunt umso mehr, da wesentliche Schritte zur Entwicklung dieses Jahrhunderte alten Fachgebietes von Deutschland ausgingen“, führt Giunta aus. So veröffentlichte bereits 1838 – also vor 180 Jahren – der Dresdner Arzt Eduard Zeis das „Handbuch der plastischen Chirurgie“ mit über 2000 Literaturzitaten zum Thema und legte damit den Namen der Fachrichtung fest. 1845 veröffentlichte Johann Friedrich Dieffenbach in Berlin „Die operative Chirurgie“ und definierte die Inhalte des Fachgebietes weiter aus. „Er setzte damit einen Rahmen, der bis heute unser vielseitiges Fachgebiet ausmacht“, konstatiert Giunta und führt aus, dass die Plastische Chirurgie aus den vier Säulen Rekonstruktive, Verbrennungs-, Handchirurgie sowie der Ästhetischen Chirurgie besteht, gestützt auf dem Fundament der Forschung.

Wegen der Kernkompetenz durch eine 6-jährige Weiterbildung im Fachgebiet bei ästhetisch-plastischen Eingriffen wurde der Titel 2005 auf dem Deutschen Ärztetag folgerichtig in „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ erweitert. Im letzten Jahr beschloss der Deutsche Ärztetag dann, dass der Facharzttitel in „Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie“ angepasst wird. „Damit wird die Breite unseres Fachgebietes auch im Titel unterstrichen, so dass Kollegen und Patienten eher zu uns finden“, freut sich der Direktor der Plastischen Chirurgie an der Ludwig- Maximilians-Universität München.

Plastische Chirurgie – Gegenwart und Zukunft
„Mit heute rund 1.000 ausgebildeten Fachärzten ist die Plastische Chirurgie den Kinderschuhen längst entwachsen und leistet heute einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung“, berichtet  Giunta. Vom Diabetischen Fuß über Defekte nach großen Tumoren und Erkrankungen und Verletzungen der Hand bis hin zur Verbrennungsbehandlung – die Plastische Chirurgie sei in vielen Bereichen nicht mehr verzichtbar. „Es ist schade, dass wir bis heute um Anerkennung kämpfen müssen“, berichtet der Universitätsprofessor. So gäbe es heute lediglich an 11 von 37 universitären Einrichtungen einen plastisch-chirurgischen Lehrstuhl. „Dies ist umso bedauerlicher, als dass der Bedarf an plastisch-chirurgischer Versorgung mit zunehmender Alterung der Bevölkerung seit Jahrzehnten ständig wächst“, konstatiert der Plastische Chirurg und betont, dass die Plastische Chirurgie ein sehr innovatives Fachgebiet ist, da hier kaum standardisierte Verfahren sondern fast immer individuelle Lösungen gefragt seien. „Die Plastische Chirurgie akademisch nicht adäquat abzubilden, heißt bewusst den Fortschritt in der Chirurgie zu bremsen“, stellt Giunta abschließend klar.

50 Jahre DGPRÄC – Aktionen zum Jubiläumsjahr 2018

Am 16. Oktober 1968 wurde die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) in Bochum gegründet. Anlässlich des Jubiläums plant die DGRRÄC zahlreiche Aktionen. Unter www.50-jahre-dgpraec.de wächst eine elektronische Zeitleiste, in der die Geschichte der Plastischen Chirurgie und der Fachgesellschaft dokumentiert wird. Monatliche Presseinformationen zeigen die Vielfalt des Fachgebietes. Gemeinsam mit der Berliner Universität der Künste erstellte Animationsfilme zu den vier Säulen des Fachgebietes, der Rekonstruktiven, Hand-, Verbrennungs- und Ästhetischen Chirurgie stellen das Fachgebiet für den Laien verständlich dar. Bereits heute auf unserem Youtube-Channel abrufbar ist ein Film zum gesamten Fachgebiet: https://www.youtube.com/channel/UCwNpuMgE8hgF3zke-_Z43mg

Schließlich trifft sich die Fachgesellschaft zu ihrem Jahreskongress am Gründungsort in Bochum im September 2018 und plant am 16. Oktober 2018 erstmals einen bundesweiten Tag der Offenen Tür in Kliniken und Praxen ihrer Mitglieder.

 

Quelle: Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen

Zum Jahresende veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) ihre Statistik zu Patientenwünschen 2017 und gewährt damit einen Einblick in die aktuellen und überraschenden Trends der Schönheitschirurgie.

Schönheits-Trends 2017: Voller Busen, schmaler Bauch, straffe Augenlider

Berlin- Die Ergebnisse der zehnten bundesweiten Patientenbefragung der DGÄPC zeigen es eindeutig: im Vergleich zum Vorjahr hat sich einiges geändert. Obwohl die Zahl der Brustvergrößerungen absolut gesehen anstieg, steht sie nicht mehr auf Platz 1 der beliebtesten Schönheitsoperationen. Der am häufigsten geforderte Eingriff von Mann und Frau war in diesem Jahr die Augenlidkorrektur (14,1%), gefolgt von Platz 2: der Fettabsaugung (9,9%).

Jede vierte Frau suchte Facharzt für ästhetische Brustkorrektur auf

Einen Anstieg der Nachfrage nach Brustimplantaten konnte auch dieses Jahr von den Brustimplantat-Hersteller dokumentiert werden. Während die Zahl der Brustvergrößerungen im Vergleich zum Vorjahr anstieg, nahm auch die Zahl der chirurgischen Eingriffe bezüglich Bruststraffung und Brustverkleinerung zu. Ingesamt machte der Anteil an Brust-OPs dieses Jahr rund ein Viertel aller ästhetisch-plastischen Eingriffe aus.

Mehr Männer als je zuvor legten sich 2017 für die Schönheit unters Messer

Die Anzahl der Männer, die sich einem chirurgischen Eingriff unterzogen, betrug dieses Jahr 17,5%, das ist seit Beginn der Erhebung der Höchstwert. Ganz oben in der Beliebtheitsskala steht bei den Herren die Augenlidkorrektur (21%). Gut jeder Fünfte ließ sich Schlupflider oder Tränensäcke entfernen. Mit 12,2% steht Fettabsaugung auf Platz 2, gefolgt von Nasenkorrekturen (8,0%) und Bauchdeckenstraffung (7,0%).

Wunsch nach schöneren Brüsten weiterhin aktuell

Die Statistik gibt die Wünsche von Männern und Frauen als Gesamtbild wieder. Dass die Brustvergrößerung trotz relativem Anstieg nicht mehr auf Platz 1 ist, ist bei dem prozentualen Anstieg der männlichen Patienten und ihren beliebtesten Eingriffen, nicht weiter verwunderlich. Mit knapp 25% aller ästhetisch-plastischer Eingriffe, bleibt der Wunsch nach schönen Brüsten auch 2017 ein elementarer Bestandteil der Plastischen Chirurgie.

Quelle:
DGÄPC

Forscher um Dr. Sok-Sithikun Bun des Princess Grace Hospitals in Monaco haben beim EHRA Cardiostorm 2017 in Wien ihre aktuelle Studie vorgestellt: Eine Behinderung des Elektrokardiograms (EKG) durch Brustimplantate kann zu falschen Aussagen über Herzinfarkt-Diagnosen führen.

Monaco- Eine Gruppe Kardiologen führte im Rahmen der Studie bei 48 Frauen ein EKG durch; 28 von ihnen hatten Brustimplantate, die übrigen 20 dienten als Kontrollgruppe. Vorherige Untersuchungen (Echokardiografie, bei Brustimplantaten nicht ganz einfach) schlossen strukturelle Herzerkrankungen o.ä. aus- die Frauen im Alter von etwa 42 Jahren waren gesund.
Ausgewertet wurden die EKG-Aufzeichnungen von zwei Spezialisten; beiden lagen keinerlei Angaben zu Geschlecht, Alter, Krankengeschichte oder vorliegenden Implantaten der Patienten vor.

Brustimplantate als elektrischer Störsender

Wie sicherlich zu erwarten, wurden bis auf 5% alle Frauen der Kontrollgruppe von den Spezialisten als unauffällig, also normal eingestuft. Die Auswertung der EKG-Aufzeichnungen der Frauen mit Brustimplantaten sah da schon anders aus:
Hier wurden 38% bzw. 57% der Frauen als auffällig eingestuft.
Die negativen T-Wellen in den Ableitungen V1 bis V4 wurden als ST-Senkungen missinterpretiert; diese deuten auf eine insuffiziente Durchblutung des Myokards hin, also eine koronare Herzerkrankung oder gar ein Herzinfarkt.
Da Brustimplantate der einzige Faktor sind, der die Testgruppen voneinander unterscheidet, leitet sich das Team die Fehlinterpretation daraus her.

Bei Beschwerden den Arzt über Brustimplantate informieren

Brustimplantate können beim EKG die ST-Senkungen oder -Hebungen verändern. Ein Experte der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt Frauen mit Brustimplantaten bei Brustschmerzen, den behandelnden Kardiologen über das Vorhandensein der Implantate aufzuklären (falls nicht ohnehin sichtbar), um die Diagnose mit einer Messung des kardialen Troponins abzusichern.
Außerdem ist es immer ratsam vor einer Brustoperation ein Vergleichs-EKG anfertigen zu lassen, um dieses als Referenz nutzen zu können.


Quelle:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76465/Brustimplantate-koennen-EKG-Messung-verfaelschen
© gie/aerzteblatt.de


Die US-Arzneibehörde FDA äußerte sich nach dem Tod von 9 Frauen zu einer möglichen Verbindung zwischen Brustimplantaten und einer sehr seltenen Krebsform.


Die US-Arzneibehörde FDA äußerte sich nach dem Tod von 9 Frauen zu einer möglichen Verbindung zwischen Brustimplantaten und einer sehr seltenen Krebsform.

Zusammenhang zwischen seltenem Lymphom und Brustimplantaten schon länger vermutet

Bereits seit 2011 sammelt die Behörde Food and Drug Administration (FDA) Datenmaterial zu Fällen des sogenannten ALCL, ein sehr seltenes großzelliges anaplastisches Zell-Lymphom, an dem offenbar ausschliesslich Frauen mit Brustimplantaten erkranken.
Damals gaben rund 60 bekannte Fälle der seltenen Variante eines Non-Hodgkin-Lymphoms Grund zur Annahme, das Implantate ein möglicher Auslöser seien;
bis Anfang Februar diesen Jahres dokumentierte die FDA bereits 359 Fälle.

Implantat-Oberfläche scheinbar ein Faktor

Ein Großteil der Lymphom-Fälle fiel scheinbar nur zufällig bei der Implantat-Entfernung auf- die Informationen zu diesen Fällen wurden in Form von Medical Device Reports zwar an die Arzneibehörde weitergeleitet, doch kann durch die dünne Datenlage keine sichere Aussage über die tatsächliche Ursache getroffen werden.
Auffällig bei der Datenauswertung ist zumindest die hohe Zahl von Erkrankungen bei Frauen, denen Implantate mit strukturierter Oberfläche eingesetzt wurden. Man vermutet demnach bei diesen Implantaten ein höheres Risiko; denn von allen gemeldeten Fällen, bei denen Angaben über die Oberflächenstruktur gemacht wurden (insgesamt 231 Berichte), waren in 203 Fällen Implantate mit strukturierter Oberfläche verwendet worden. Darüberhinaus kann über den Einfluss des Füllmaterials (Silikon oder Kochsalzlösung) durch vorliegende Informationen keine Aussage getroffen werden.

Was ist Patientinnen zu raten?

Sowohl die FDA, als auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) betonen, dass es sich bei ALCL um eine sehr seltene Krebsart handelt und auch nach dem neusten Informationsstand keinesfalls dazu geraten wird, Implantate vorsorglich ohne bestehende Beschwerden entfernen zu lassen.
In Deutschland wurde dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bislang noch kein Fall des seltenen Lymphoms gemeldet, dennoch wird das Thema hierzulande diskutiert und wachsam beobachtet. Eine jährliche Kontrolle der Implantate durch Ultraschall wird Frauen mit Brustimplantaten ohnehin bereits empfohlen.

Prognose nach ALCL-Diagnose gut

Nach Diagnose des seltenen Lymphoms bei Frauen mit Brustimplantaten sind die Chancen auf Heilung gut. Nur in seltenen Fällen muss auf eine Bestrahlungstherapie zurückgegriffen werden, da eine Entfernung des Implantats und des umgebenden Gewebes in der Regel genügt. Wichtig ist, bei Beschwerden zu handeln und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Quellen:
https://www.dgpraec.de/sites/default/files/2017-03-24-ALCL_FDA_0.pdf
https://www.fda.gov/MedicalDevices/ProductsandMedicalProcedures/ImplantsandProsthetics/BreastImplants/ucm239995.htm

Bereits seit 2011 sammelt die Behörde Food and Drug Administration (FDA) Datenmaterial zu Fällen des sogenannten ALCL, ein sehr seltenes großzelliges anaplastisches Zell-Lymphom, an dem offenbar ausschliesslich Frauen mit Brustimplantaten erkranken.
Damals gaben rund 60 bekannte Fälle der seltenen Variante eines Non-Hodgkin-Lymphoms Grund zur Annahme, das Implantate ein möglicher Auslöser seien;
bis Anfang Februar diesen Jahres dokumentierte die FDA bereits 359 Fälle.

Implantat-Oberfläche scheinbar ein Faktor

Ein Großteil der Lymphom-Fälle fiel scheinbar nur zufällig bei der Implantat-Entfernung auf- die Informationen zu diesen Fällen wurden in Form von Medical Device Reports zwar an die Arzneibehörde weitergeleitet, doch kann durch die dünne Datenlage keine sichere Aussage über die tatsächliche Ursache getroffen werden.
Auffällig bei der Datenauswertung ist zumindest die hohe Zahl von Erkrankungen bei Frauen, denen Implantate mit strukturierter Oberfläche eingesetzt wurden. Man vermutet demnach bei diesen Implantaten ein höheres Risiko; denn von allen gemeldeten Fällen, bei denen Angaben über die Oberflächenstruktur gemacht wurden (insgesamt 231 Berichte), waren in 203 Fällen Implantate mit strukturierter Oberfläche verwendet worden. Darüberhinaus kann über den Einfluss des Füllmaterials (Silikon oder Kochsalzlösung) durch vorliegende Informationen keine Aussage getroffen werden.

Was ist Patientinnen zu raten?

Sowohl die FDA, als auch die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) betonen, dass es sich bei ALCL um eine sehr seltene Krebsart handelt und auch nach dem neusten Informationsstand keinesfalls dazu geraten wird, Implantate vorsorglich ohne bestehende Beschwerden entfernen zu lassen.
In Deutschland wurde dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bislang noch kein Fall des seltenen Lymphoms gemeldet, dennoch wird das Thema hierzulande diskutiert und wachsam beobachtet. Eine jährliche Kontrolle der Implantate durch Ultraschall wird Frauen mit Brustimplantaten ohnehin bereits empfohlen.

Prognose nach ALCL-Diagnose gut

Nach Diagnose des seltenen Lymphoms bei Frauen mit Brustimplantaten sind die Chancen auf Heilung gut. Nur in seltenen Fällen muss auf eine Bestrahlungstherapie zurückgegriffen werden, da eine Entfernung des Implantats und des umgebenden Gewebes in der Regel genügt. Wichtig ist, bei Beschwerden zu handeln und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Quellen:
https://www.dgpraec.de/sites/default/files/2017-03-24-ALCL_FDA_0.pdf
https://www.fda.gov/MedicalDevices/ProductsandMedicalProcedures/ImplantsandProsthetics/BreastImplants/ucm239995.htm

Im Skandal um die mit minderwertigem Industriesilikon befüllten Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) muss der TÜV Rheinland nun doch Schadensersatz zahlen. Dabei hat das Berufungsgericht im südfranzösischen Aix-en-Provence den Antrag des TÜV zurückgewiesen, erst das Berufungsverfahren abwarten zu dürfen.

TÜV zahlt Schadensersatz unter Vorbehalt

Das französische Gericht sprach jeder der rund 20.000 Klägerinnen 3.000€ zu, da man der Auffassung ist, der TÜV habe seine Sorgfaltspflichten bei der Zertifizierung des Qualitäts-Sicherungsverfahren verletzt. Zwar sieht sich der TÜV selbst als Opfer des Betruges vom mittlerweile insolventen Implantathersteller PIP, doch anders als in Deutschland, muss in Frankreich zunächst trotz laufendem Berufungsverfahren, Schadensersatz gezahlt werden.
Falls der TÜV im Berufungsverfahren Recht bekommt, muss die gezahlte Summe von 60 Millionen Euro zurückgezahlt werden.

Hunderttausende Frauen von minderwertigen Implantaten betroffen

Jahrelang verwendete Poly Implant Prothèse billiges Industriesilikon für seine Implantate und gefährdete damit die Gesundheit von schätzungsweise Hunderttausenden Frauen weltweit. Nachdem der Betrug 2010 aufgeflogen war, ließen sich daraufhin mehr als 18.000 Frauen die reißanfälligen Implantate wieder entfernen. Der TÜV Rheinland hatte die Qualität der medizinischen Produkte zertifiziert, die Klägerinnen warfen ihm deshalb Schlamperei vor.

TÜV: gute Chancen im Revisionsverfahren

Schon einmal verurteilte ein französisches Gericht den TÜV Rheinland deswegen zu einer Schadensersatz-Zahlung, das Urteil wurde jedoch in einem Berufungsverfahren aufgehoben.
Im Februar 2017 hatte auch der Europäische Gerichtshof sein Urteil verkündet: Der TÜV hat lediglich die Überwachungspflicht des Herstellungsverfahrens, nicht aber des Endproduktes.

Wie das Gericht in letzter Instanz entscheidet, bleibt abzuwarten.
Die gezahlte Summe von 3.000€ pro Patientin, scheint als Schadensersatz unter den gegebenen Umständen auch eher ein schwacher Trost zu sein.

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