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Ob die Kosten für eine Brustvergrößerung durch die Krankenkasse getragen werden oder selbst finanziert werden müssen, hängt vom Grund für die Behandlung ab.

Man kann im Groben drei sogenannte "Indikationen" für eine Brustvergrösserung unterscheiden:

  1. Die eindeutig medizinische Indikation (z.B. Brustrekonstruktion nach Tumor OP)
  2. Die ästhetische Indikation mit bedingt medizinischer Grundlag (Brusterkrankungen, Asymmetrien)
  3. Die rein kosmetisch-ästhetische Indikation

Hier übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten

Bei den meisten sogenannten "erworbenen Brustdeformitäten" (d.h. Deformitäten infolge von Erkrankungen oder Unfällen) sind die Krankenkassen grundsätzlich in der Pflicht. So wird z.B. nach einem Verlust der Brust oder Anteilen der Brust durch eine Brustkrebs-Operation ein Wiederaufbau der Brust in aller Regel als medizinisch indiziert eingestuft und von der Krankenkasse bezahlt.

Erworbene Brustdeformitäten, die medizinische Indikationen für eine Brustvergrösserung darstellen, sind:

• Deformitäten infolge chirurgischer Eingriffe
• Gewebezerstörende Erkrankungen
• Verletzungen

Bei einer Brustrekonstruktion bzw. einer Brustvergrösserung im Sinne  eines Brustaufbaus z.B. nach Brustkrebs-OP erklären sich die Krankenkassen grundsätzlich zwar bereit, die Kosten zu übernehmen. Aber auch hier ist es anzuraten, bereits vor einer geplanten Brust-OP eine Anfrage an die Versicherung zu stellen, um sicher zu gehen, in welchem Umfang die Kosten übernommen werden.


> Zum Kapitel Brustdeformitäten

Eventuell zahlt die Kasse in Ausnahmefällen

Medizinische Indikationen für eine Brustvergrösserung im Sinne ästhetischer Verbesserungen sind generell kaum gegeben, weil, so das Argument, eine Brustvergrösserung keinerlei medizinische und gesundheitliche Vorteile hat. Allerdings wird von Ausnahmefällen berichtet, bei denen Krankenkassen im Sinne einer medizinischen Indikation entschieden und die Kosten für eine Brust-OP erstattet haben. 

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Eine als zu klein empfundene Brust ist aber alleine sicherlich kein Erstattungsgrund. Anders sieht es bei sogenannten angeborenen Deformitäten aus, z.B. erheblichen Asymmetrien in Form und Größe oder deutlichen tubulären (schlauchförmigen) Brüsten. Solche Fehlbildungen bringen nicht selten erhebliche psychologische Beeinträchtigungen für die Betroffenen mit sich. Hier kann es evt. sein, dass die Kasse zumindest einen Teil der Kosten finanziert, weil bedingt medizinische Gründe vorliegen. Die Voraussetzungen sind am besten mit der jeweiligen gesetzlichen oder privaten Krankenkasse im Vorfeld abzuklären, verschiedene Kassen urteilen auch verschieden. Einen rechtlichen Anspruch gibt es hier nicht.

Bedingt medizinische Gründe können vorliegen bei angeborenen Deformitäten wie:

• Erheblich unterschiedlich große Brüste (Asymmetrie/Mammaasymmetrie)
• Mammaaplasie
• Tubulärer Brustdeformität
• Seltenen angeborenen Brustdeformitäten (Polymastie, Polythelie)

Grössere Brüste auf Wunsch: alles selber zahlen!

Am häufigsten werden Brustvergrösserungen durch den Wunsch nach einer optimalen Brustform und -grösse durchgeführt.

Wenn keinerlei Erkrankungen oder Entstellungen (starke Asymmetrien, Formveränderungen) vorliegen, handelt es sich um eine reine Schönheitsoperation (kosmetisch-ästhetische Indikation), die voll und ganz durch Eigenfinanzierung getragen werden muss.

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Eine kosmetisch-ästhetische Indikation liegt vor:

  1. Bei faktisch zu kleiner Brust: die Brüste sind In Relation zur Körpergröße und Körpergewicht von Natur aus nicht ausreichend groß angelegt (Mammahypoplasie)
  2. Bei empfunden zu kleiner Brust: das subjektive  Gefühl, die natürliche Brust und Brustgröße sei zu klein, verbunden mit dem expliziten Wunsch nach größeren Brüsten
  3. Bei veränderter Brustform bzw. bei Rückgang des Brustvolumens nach Schwangerschaft oder Stillzeit (postnatale Mammahypoplasie)
  4. Bei altersbedingtem Schwund des Brustvolumens (Involutionsmammahypoplasie)

Je höher der ästhetische Anspruch, insbesondere bei "objektiv" gesehen bereits recht schönen Brüsten, desto intensiver sollten die Beratungsgespräche bezüglich der Möglichkeiten und Risiken erfolgen, um hier ein realistisches Ziel ins Auge zu fassen.

Bei einer kosmetisch-ästhetischen Indikation übernehmen gesetzliche oder private Krankenkassen keinerlei Kosten für eine Brustvergrösserung.

 

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