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Beschädigung, Platzen, Auslaufen von Implantaten

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Derzeit verwendete Silikonimplantate sind so konstruiert, dass sie extremen Belastungen standhalten: In einem Aufsehen erregenden Experiment überrollte ein LKW ein Silikonimplantat, ohne dies zum Bersten zu bringen. Das schliesst freilich nicht aus, dass beim Aufprall auf spitze Gegenstände (wie zum Beispiel bei einem Autounfall oder bei Stichverletzungen) das Implantat nicht doch beschädigt werden kann. Die medizinischen kohäsiven Silikongele hochwertiger Brustimplantate sind nicht zu verwechseln mit den verwendeten Billigimplantaten der Fa. PIP (Silikonskandal).

Auslaufen von Silikon-Gel

Das Material von Brustimplantaten unterliegt wie jedes andere Material einem Alterungsprozess. Bei Brustimplantaten der frühen Generationen wurden schon nach einigen Jahren Undichtigkeiten der Hülle festgestellt. Man ging bei diesen Implantatypen davon aus, dass (spätestens) nach 10 Jahren ein Austausch alleine aus diesem Grunde erfolgen muss. Mittlerweile, bei der 4./5. Generation Brustimplantate, hat sich aufgrund der wesentlich verbesserten Implantatkapsel und der Verwendung von kohäsivem Silikongel als Füllung die Prognose wesentlich verbessert.

Kommt es durch Alterungsprozesse oder im Rahmen einer Kapselfibrose Grad 4 oder seltener durch Außeneinwirkung (Unfall oder Stichverletzung) zum Austritt des Inhalts, wird bei Kochsalzlösung-gefüllten Implantaten lediglich ein Volumenverlust ohne gesundheitlich Folgen entstehen. Ein Austausch dürfte in den meisten Fällen dennoch indiziert sein. Bei älteren Implantaten mit flüssigem, nicht kohäsivem Silikon-Gel als Inhalt, das in Implantaten vor der 3. Generation Verwendung fand, wurden ernsthafte gesundheitliche Schäden lange Zeit intensiv sogar als Silikonkrankheit diskutiert. Noch heute beschäftigen sich Chirurgen, Umweltmediziner und Toxikologen intensiv mit diesem Thema. Eines ist sicher: ausgetretenes Silikon hat nichts im menschlichen Körper zu suchen. Daher sollte ausgelaufenes Silikon-Gel schnell chirurgisch entfernt und das Implantat – falls gewünscht – ersetzt werden. Das ausgetretene Silikon-Gel liegt zumeist zwischen der Hülle des Implantats und einer sich typischerweise bildenden Kapsel (Bindegewebshülle). Diese sollte bei dieser Gelegenheit ebenfalls entfernt werden.

Köhasive Silikonfüllungen bei Implantaten sind der neue Standard bei Brustimplantaten (neben den in den USA noch häufig eingesetzten Implantaten mit Kochsalzlösung). Durch die veränderten physikalischen Eigenschaften gibt es so gut wie keine Gefahr des Auslaufens mehr. Implantate mit köhasiven Silikonfüllungen gelten daher als besonders sicher, was Haltbarkeit und Zuverlässigkeit angeht. Von einem dauerhaften Implantatverbleib sollte man jedoch nicht ausgehen.

Fast alle Herstellerfirmen gewährleisten im übrigen einen kostenlosen Ersatz im Falle eines defekten Implantats und übernehmen im Falle einer Beschädigung sogar die Operationskosten. Wichtig ist natürlich schon die behutsame Handhabung des Chirurgen, um Initialbeschädigungen an der Implantatoberfläche zu vermeiden.


> Weiter zum Kapitel: Silikonkrankheit

Quellen:

Analysis of Explanted Silicone Implants: A Report of 300 Patients". Robinson OG, Bradley E, Wilson D. Annals Plastic Surgery. 1995 Jan. 34, (1): 1-6.

Safety of Silicone Breast Implants. 
Institute of Medicine (US) Committee on the Safety of Silicone Breast Implants; Bondurant S, Ernster V, Herdman R, editors. Washington (DC): National Academies Press (US); 1999.

 

 

 

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