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Macrolane® basiert auf Hyaluronsäure nicht tierischer Herkunft, die der im menschlichen Körper vorkommenden, natürlichen Hyaluronsäure ähnelt. Hyaluronsäure wird schon seit Jahren in der Schönheitschirurgie (z.B. als Faltenunterspritzung) und in der Orthopädie (z.B. als „Schmiermittel" für Gelenke) verwendet.

Dem Hyaluronsäure-Verfahren eilt der Ruf voraus, mit ihm stünde eine besonders schonende Möglichkeit zur Verfügung, die Brüste zu formen, straffen und ihnen mehr Volumen zu geben. Da der Eingriff unter örtlicher Betäubung vorgenommen wird, existiert kein Risiko einer Vollnarkose. Außerdem sollen sich Nebenwirkungen, wie Narbenbildung, starke Blutungen oder Kapselfibrose, wie sie bei chirurgischen Implantat-Versorgungen als Risiko auftreten können, vermeiden lassen.

Nach einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) handelt es sich bei der Anwendung von Hyaluronsäure zur Brustaugmentation jedoch um medizinisches Neuland, sowohl was die Lage, als auch die notwendige Menge des Materials angeht. Da es für die Brust keine dokumentierten (Langzeit-) Ergebnisse gibt und die bisherigen medizinischen Erfahrungen auf das Injizieren von sehr geringen Mengen beruhen (Faltenunterspritzung: ca. 1 ml im Gegensatz zu 250 ml bei der Brust), gilt das Einspritzen von Hyaluronsäure noch nicht als sicheres Verfahren.
Selbst bei geringen Mengen konnten schon Zysten- und Granulombildungen beobachtet werden. Hyaluronsäure könnte durch eine Fremdkörperreaktion im Bereich des Brustdrüsengewebes eine erhebliche Schädigung zur Folge haben, sowie das Erkennen von bzw. die Unterscheidung zu Brustkrebs erschweren. Auch sei es noch nicht sicher, ob sich Hyaluronsäure in grossen Mengen vollständig abbaut. Falls nicht, sind Abkapselungen und Verhärtungen nicht auszuschließen.
Weiterhin sei die Reaktion des hormonabhängigen Drüsengewebes auf Macrolane® bei einer sich dann einstellenden Schwangerschaft noch nicht abschätzbar.

Aus diesem Grund erfolgte nach Anfrage durch das BfArM and die DGPRAEC und GÄCD eine Stellungnahme zu Macrolane®, die praktisch das Aus für dieses Präparat für die Verwendung zur Brustvergrösserung bedeutete. Der Hersteller hat daraufhin die Freigabe der Anwendung von Macrolane® zur Brustvergrösserung Mitte 2012 gestoppt.

Für eine Behandlung mit Hyaluronsäure muss eine gute Dehnbarkeit der Haut, eine gewisse Hautdicke und am besten ein Hautüberschuss vorhanden sein. Vor dem Einsatz von Macrolane® ist immer eine gründliche Voruntersuchung der Brust (Mammografie) und ein ausführliches Beratungsgespräch notwendig.

Die Haltbarkeit der Maßnahme beträgt im Allgemeinen nur ca. drei Jahre und eine Hyaluronsäureunterspritzung muss danach erneut durchgeführt werden. Dies hat aber auch den Vorteil, dass die Patientin – falls ihr die behandelte Brust nach drei Jahren nicht mehr gefällt – auf diese Weise ihre unvergrösserte Brust zurückerhält.

Vorteile der Hyaluronsäure zur Brustvergrösserung

• Kurze Behandlungszeit, direktes Ergebnis
• Keine Brust-Operation, keine Wundheilungsstörungen, Hämatomen etc.
• Kein Risiko einer Kapselfibrose
• Keine für Brust-OPs typische Narbenbildung

Nachteile der Hyaluronsäure zur Brustvergrösserung

• Relativ hoher Preis (ca. 3.500 €)
• Kein dauerhaftes Ergebnis
• Medizinisches Risiko noch etwas unwägbar
• Zysten und Granulombildung möglich
• Schwierigkeiten bei der Untersuchung (Palpation)
• Risiko Zeitachse und Überwachung behandelter Patientinnen
• Brustkrebsvorsorge (Mammografie) diagnostisch stark erschwert

Bedingt durch die medizinischen Risiken hat der Hersteller die Freigabe für die Brustvergrösserung zurückgezogen (s.o.).


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