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Bei sehr schlanken Frauen mit kleiner Brust bzw. mit dünnem und wenig Eigengewebe, trifft die Wahl oft auf die Positionierung des Implantats unter dem Muskel, da die Risiken der nicht ausreichenden Weichteilbedeckung (unnatürliche Randbildung, Rippling) bei der Lage auf dem Brustmuskel recht hoch sind.

Bei der Positionierung unterhalb des Brustmuskels gibt es zwei Techniken:

1. Submuskulär
Das Implantat wird in seiner Implantatloge dabei vollständig unter den Brustmuskeln platziert. DIese maximale Abdeckung des Implantats wird vor allem bei Brustrekonstruktionen angewendet.

2. Subpectoral ("Dual Plane" – Doppelebene)
Bei dieser gängigen Methode zur Brustvergrösserung wird der grosse Brustmuskel (M. pectoralis major) am unteren Pol abgelöst und mobilisiert. Dadurch positioniert sich das Implantat zum Teil als vom Brustmuskel verdeckt, im unteren Anteil aber ragt es in die Ebene der Brustdrüse hinein ("Dual Plane").

Die Abtrennung des unteren Brustmuskelanteils bewirkt aber bei den allermeisten Frauen keine signifikante Funktionsbeeinträchtigung der Schultermuskulatur. Der grosse Brustmuskel wie auch der kleine Brustmuskel, der in der Tiefe unter dem Implantat liegt, kann einen eventuellen Funktionsausfall nicht nur gut ausgleichen, er unterstützt und trägt das Implantat sogar in seiner Ausgangslage.

Durch moderne Brust-OP-Techniken kann diese Operation relativ gewebeschonend und "blutungsarm" durchgeführt werden. Allerdings ist der Umfang des Eingriffs auch von der Grösse der Implantate abhängig. Grundsätzlich ist der Eingriff aber grösser als bei der Positionierung über dem Brustmuskel und man muss – in Abhängigkeit von der individuellen Sensibilität – mit einer höheren Schmerzintensität nach dem Eingriff rechnen.

Die Implantatlage unterhalb des Brustmuskels hebt diesen an, was das Dekolleté betont. Dies gestaltet sich bei flachen Brustkörben und tendenziell tief sitzenden Brüsten oft zum Vorteil, bei hochsitzenden Brüsten könnte sich allerdings ein Ergebnis einstellen, dass dem aktuellen Schönheitsideal weniger entspricht. Bei kleinen Brüsten und dünnem Hautgewebe kann durch diese Positionierung eine – soweit unerwünscht – auffällige Implantatkontur vermieden werden. Die sichere Positionierung unter der Muskulatur verhindert auch ein Absinken des Implantats selbst bei grösseren Volumina (Bottoming-Out, Hängebrust).

Durch die sichere Lage zwischen den Brustmuskeln bleiben die Implantate bei sportlicher Aktivität, genauso wie beim Anspannen der Brustmuskeln vertikal mehr oder minder an ihrem Platz‚ und ohne eine sichtbare Implantatbewegung (nach oben in Richtung Schulter). Ein Nach-Aussen-Drängen der Implantate lässt sich beim Anspannen der Brustmuskulatur jedoch nicht vermeiden. Defizite sind dadurch beim Tennis, Brustschwimmen, Liegestützen und bei allen Kraftsportarten, für die die Brustmuskeln nötig sind, deutlich und dauerhaft bemerkbar.

Aktuell werden 20 % der Brustimplantate unter den Brustmuskel gesetzt.

Vorteile der Positionierung des Implantats unter dem Brustmuskel:

• Durch die Abdeckung des Implantats mittels aller Muskeln sind Implantatränder im unteren wie im oberen Bereich (Pectoralis-Muskel) weniger sicht- und fühlbar

• Das Auftreten von Fältelungen, "Rippling" ist sehr selten

• Eine im ungünstigen Fall entstehende Kapselfibrose wäre weniger spürbar

• Bei flachem Brustkorb Verstärkung des Dekolletés durch Stützung des Brustmuskels

• Ein verstärktes Absinken der Brust selbst bei wenig Eigengewebe findet selbst bei grösseren Implantaten nicht statt (kein Bottoming out, keine Hängebrust)

• Damit ist ein weiterer ästhetischer Effekt verbunden: unauffällige Implantatkontur auch bei dünner Brusthaut und kleineren Brüsten

Nachteile

• Für den Arzt der aufwändigere Eingriff, der mehr Erfahrung erfordert

• Nach OP schmerzhafter als bei der Positionierung über dem Muskel

• Sichtbare Seitwärtsbewegung der Implantate beim Anspannen der Brustmuskeln, daher bei ambitionierten Sportlerinnen und Bodybuilderinnen nicht zu empfehlen.

• Bei einem gewölbtem Brustkorb und hoch sitzenden Brüsten zu weites Anheben der Brüste möglich

• Ästhetische Konturierung schlechter steuerbar. "Pralle" Brüste nicht (gut) erzielbar

• Das Dekolleté setzt höher an und im Verlauf der Zeit ist eine Implantatlateralisation/Dekolletéverbreiterung möglich

Fazit

Das Implantat ist durch diesen Eingriff kaum sicht- und fühlbar, da durch den Brustmuskel verdeckt und getragen. Einschränkungen bei sportlich aktiven Frauen sind aber relevant. Die erzielte Brustform ist eher natürlich, aber entspricht nicht unbedingt dem Schönheitsideal der "runden Brüste".

 

Beispiel für eine implantatposition unter dem Brustmuskel

Brustimplantate vorher nachher vor OPVor OPBrustimplantate vorher nachher vor OPNach OP

 

Hier finden Sie weitere Vorher-Nachher-Bilder von Brustugmentationen

> Nächstes Kapitel: Die Brust-OP und Wahl des Zugangs

 

 

 

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